Ich wollte nur Eier holen… und dann eskalierte alles 🐔🚪

Allein… und überraschend beschäftigt 🏡

Seit ein paar Tagen bin ich alleine.
Rico und Lucy sind in Deutschland – ein bisschen Behördenkram erledigen, aber natürlich auch Freunde und Familie besuchen.
Und was ich seitdem wirklich oft gefragt werde:
„Ist dir denn gar nicht langweilig, so allein?“ Ich sag mal so…
Nein. Ganz entschieden: nein. 😄

Warum?
Das werdet ihr gleich verstehen.

Vorwarnung vom Ehemann ⚠️

Gestern Morgen gegrüßte mein Mann mit den Worten:
„Ich wünsche dir einen katastrophenfreien Tag.“
Man könnte meinen, das sei übertrieben.
Ist es nicht.
Hier passiert jeden Tag irgendein kleiner Wahnsinn. Und ich liefere euch jetzt mal den Beweis.

Gefangen im Hühnerstall 🐔🚪

Einer unserer Hühnerställe ist begehbar. Vorne eine große Tür für uns Menschen – zum Eier einsammeln und Ausmisten – und hinten eine kleine Klappe für die Hühner, durch die sie morgens raus dürfen. Also alles ganz normal. Eigentlich.
Wie jeden Tag ging ich also am Donnerstagnachmittag in den Stall, sammelte die Eier (aktuell ein echter Wahnsinn: etwa 15 Stück täglich 😄) und wollte wieder raus. Dreh mich zur Tür. Greife nach dem Griff. Und… nichts.
Die Tür war zu.
Nicht so halb zu. Nicht so „klemmt ein bisschen“.
Nein. Richtig zu.
Der Verschluss außen hatte sich gelöst, während ich drinnen beschäftigt war.
Und das Beste daran:
Das ist in einem Dreivierteljahr noch NIE passiert. Nicht ein einziges Mal.
Ich saß also im Hühnerstall fest. Mit einem Körbchen voller Eier.
Großartig.

Plan B: Würde ist optional 🐓

Mein erster Gedanke: Nachbarn anrufen.
Mein zweiter Gedanke: Ach stimmt… Handy liegt natürlich irgendwo ganz woanders.
Ich schaute zur Hühnerklappe. Dann an mir runter. Dann wieder zur Klappe.
„Das passt niemals… oder?“
Spoiler: Es passte. 🥳
Ich kroch also auf allen Vieren durch die Hühnerklappe ins Freie. Die Hühner schauten mich an, als hätte ich den Verstand verloren.
Und ganz ehrlich? Die Vorstellung, ich bleibe da stecken und irgendein Nachbar muss mich befreien…
Ich wäre einfach umgezogen. In ein anderes Land. Sofort. 😂😂

Wer hat das Huhn gesehen? 🐔🔍

Sonntagmorgen schlenderte ich die Treppe runter, noch bisschen müde und verträumt und wollte wie immer die Tiere rauslassen. Und dann blieb ich abrupt stehen. Da war ein Huhn. Im Gehege. Am Picken. Ähm… was?
Hatte ich etwas vergessen, den Stall zu schließen? Mein Blick zur Hühnerklappe: geschlossen. 🤔
Das bedeutete nur eins: Dieses Huhn war die ganze Nacht draußen.
Am Abend zuvor hatte ich wie immer alles zugemacht. Und ehrlich gesagt zählen wir die Hühner schon lange nicht mehr durch. Das läuft bei denen normalerweise wie eine eingespielte Choreographie: Eins geht rein, der Rest folgt.
Trotzdem werfe ich immer noch einen prüfenden Blick durchs Gehege, bevor ich die Klappe schließe. So auch an diesem Abend.
Heißt im Klartext:
Dieses eine Huhn hat sich irgendwo versteckt. So gut, dass ich es nicht gesehen habe.
Respekt an dieser Stelle. Und noch mehr Respekt dafür, dass es die Nacht offenbar unbeschadet überstanden hat.
Kein Marder, kein Fuchs.
Glück gehabt- also nicht nur das Huhn, sondern ehrlich gesagt, auch meine Nerven. 🙈

Die Pute auf Abwegen 🦃

Am nächsten Tag, nachmittags, stand ich auf unserem Hof und hörte eine Pute rufen. Erstmal nichts Ungewöhnliches. diese Tiere geben ständig irgendwelche Töne von sich. Das Komische war nicht das „Was“, sondern das „Woher“. Ich lauschte genauer und konnte das Geräusch orten.
Unser Putengehege verläuft an einer unserer Scheunen entlang. Früher war da wohl ein Schafstall oder so drin, wir nutzen den Bereich aber gar nicht. Die Tür ist mit Brennholz zugebaut, drei kleine Fenster sitzen ungefähr auf anderthalb Metern. Alle mit zerbrochenem Glas. Sicher schleichen hier Marder ein und aus, was uns aber nicht stört.
Und da stand ich nun, lauschte… und da sah ich sie: unsere Pute, an einem der Fenster.
Wie sie da reingekommen ist? Keine Ahnung. Sie muss hochgesprungen und durch diesen winzigen Glasspalt geklettert sein. 🙄
Das Problem: Sie wollte wieder raus – über ein anderes Fenster, das diesmal (fast) intakt war. 🙄
Also: Was tun?
Ich entfernte vorsichtig die Gläser, in der Hoffnung, sie würde den Weg selbst finden. Nichts. Sie stand hilflos in der Scheune und traute sich keinen Schritt Richtung offenes Fenster.
Also begann ich, das ganze Brennholz wegzuräumen, um überhaupt zu ihr zu gelangen. 🙄
Irgendwann war konnte ich die Tür öffnen und kam in den alten Stall. Nachdem ich kurz versucht hatte, sie freundlich zum Fenster zu leiten, schnappte ich mir schließlich den Kescher. Ja, ich hatte die Faxen dicke. 😂
Also: Netz über die Pute, kurz befreien, durchs Fenster in die Freiheit – Juhu!

Eigentlich wollten wir das nicht… 🐣

Eigentlich- und ich betone: eigentlich -hatten wir uns vorgenommen, dieses Jahr keine Eier künstlich auszubrüten. Wir hofften auf Hühner, die selbst Lust auf Kükenaufzucht hätten.
Tja. Nun sind wir ja aber in Rumänien. Hier scheint Kunstbrut eine Art Volkssport zu sein. Überall gibt es Inkubatoren zu kaufen, Zubehör und die Social-Media-Gruppen sind komplett überflutet mit Bruteiern in allen Variationen .
Man kann sich dem kaum entziehen. 😂 Der endgültige Untergang unseres guten Vorsatzes kam dann, als eine Bekannte Eier von uns ausgebrütet hat. Natürlich mussten wir uns „unsere“ Küken anschauen. Natürlich. Und ja…
Was soll ich sagen? Eine Woche später stand ich da und habe unseren Inkubator mit 55 Eiern bestückt. 🙈

Timing ist alles (oder auch nicht) ⚡🥚

Und dann, zwei Tage später: Stromausfall. 😫
Der letzte Stromausfall war im Winter, bei starkem Schneefall. Seitdem lief alles stabil.
Aber kaum liegen hier frisch angesetzte Eier (und gerade in den ersten Tagen sind die extrem empfindlich)…
…zack. Strom weg. Für solche Fälle haben wir zwar einen Generator. Theoretisch. Praktisch hatte ich das Ding noch nie benutzt. Und natürlich haben Rico und ich es auch nicht mehr geschafft, dass er mir das vor seiner Abreise erklärt.
Und weil das Leben manchmal wirklich Humor hat: Bei Stromausfall gibt’s hier auch keinen Handyempfang.
Also stand ich da. Mit meinem Brüter. Und leicht steigender Panik.

Überleben mit Wärmflasche und Decke 🥚

Zum Glück hatte ich kurz vorher Wasser gekocht. Eigentlich für Tee.
Also gab´s eine spontane Planänderung: Wärmflasche statt Teetasse.
Ich packte das heiße Wasser rein, legte die Wärmflasche an den Brüter und deckte das Ganze mit Jacken und Decken zu.Und dann hieß es: warten.
Nach einer halben Stunde kam der Strom zurück.
Die ganze Aufregung… umsonst.
Aber das weiß man ja vorher nicht.
Beim letzten Mal waren wir nämlich 43 Stunden ohne Strom.
Und ganz ehrlich: Diese 30 Minuten haben mir gereicht. 🙄

Und dann wurde es plötzlich still 🖤🐔

Dienstag war der Tag, an dem etwas passierte, das so gar nicht mehr lustig war.
Ich war im Gehege von Ozzy, unserem schwarzen Ayam-Cemani-Hahn, und seinen fünf Hennen, um ein paar Steine zu holen. Ich wollte für unsere Glucke im anderen Gehege eine kleine Treppe bauen, damit die bald schlüpfenden Küken problemlos in und aus dem Stall kommen können. Und dann polterte es plötzlich im Ozzy-Stall.
Ozzy und zwei seiner Hennen standen vor der Tür und schauten irritiert hinein. Dann wieder dieses Poltern.
Ich öffnete die Tür. Und sah eine der schwarzen Hennen auf dem Rücken liegen.
Es war so ein Moment, der sich seltsam verzögert anfühlt. Man sieht es. Aber man versteht es nicht sofort.
Dann wurde mir klar: Sie stirbt.
Sie zuckte noch ein wenig, ganz merkwürdig. Ich stand daneben und war völlig überfordert. Der Gedanke, sie zu erlösen, war da. Aber ich wusste gleichzeitig, dass ich das nicht kann.
Und bevor ich überhaupt wusste, was ich tun soll, machte sie ihren letzten Atemzug.
Einfach so.
Ich stand da, völlig fassungslos, und es tat mir unendlich leid.
Bis jetzt verstehe ich nicht, was passiert ist. Es gab keinerlei Anzeichen. Kurz zuvor liefen noch alle sechs Tiere völlig normal herum.
Ich habe sofort Rico angerufen. Ein bisschen aus Schock, ein bisschen, weil ich das einfach loswerden musste. Vielleicht hatte er eine Idee. Hatte er nicht.
Zurück blieb nur dieses beklemmende Gefühl, dass das Tier ganz plötzlich einfach nicht mehr da. 🖤🖤

Wenn der Hof Alarm schlägt ⚡🐓

Am selben Nachmittag dann das nächste Chaos.
Ganz plötzlich: wildes Geschnatter, laute Rufe vom Puter, Hähne und Hühner durcheinander. Ein Lärm, der nichts Gutes verheißt. Mein erster Gedanke: Marder. Oder Fuchs. Oder Raubvogel.
Alle Tiere starrten in dieselbe Richtung.
Und dann sah ich es: Eine Henne hing im Stromzaun fest. 😱
Ich rannte los, schaltete den Strom aus und war in Sekunden bei ihr.
Ihr Fuß war komplett verheddert. Ich habe keine Ahnung, wie sie das geschafft hat.
Es dauerte ein paar Minuten, sie zu befreien. Ein paar ziemlich lange Minuten.
Aber dann lief sie einfach los.
Ganz normal.
Keine sichtbaren Schäden.
Und ich stand da und dachte nur:
Natürlich. Warum auch nicht. 🙄

Und das Verrückte daran:
Wir haben den Zaun nun schon seit einem dreiviertel Jahr und so etwas ist vorher noch nie passiert.
Auch für diese Henne war der Stromzaun kein Neuland- sie war eine der ersten, die unseren Hof betreten hat. 🙄

Tierische Notfälle am laufenden Band 🐭🔧

Und heute geht es direkt genauso seltsam weiter.
Ein Blick in die Box unserer Glucke. Eigentlich ein schöner Moment. Heute, vielleicht morgen, ist Schlupftag. Ich wollte nachsehen, ob vielleicht schon Küken da sind.
Und stattdessen sehe ich… eine Maus.
Sie hing in der Gittertür fest. Zappelte wie verrückt und versuchte verzweifelt, sich zu befreien.
Aber da ging nichts mehr. Weder vor noch zurück.
Ich habe erst versucht, sie vorsichtig durchzuschieben, ihr irgendwie Halt zu geben, damit sie sich mit den Füßchen abdrücken kann.
Keine Chance.
Also blieb nur noch eine Option:
Der Seitenschneider musste her. Nach einem kurzen Schnitt in die Gitter war sie befreit und rannte davon.

Und jetzt? Wird’s flauschig 🐣✨

Falls also nochmal jemand fragt, ob mir langweilig ist…
Ich sag mal so: Mein Alltag liefert gerade mehr Action als jede Krimiserie im Fernsehen.
Und ein Ende ist nicht in Sicht.
Denn während ich hier zwischen Hühnerstall-Eskapaden, Stromausfällen und tierischen Notfällen unterwegs bin, braut sich im Hintergrund schon das nächste Kapitel zusammen: Ab morgen könnte die Glucke ihre ersten Küken präsentieren. Und in zwei Wochen? Dann ist Schlupfzeit im Brüter.

Und als wäre das nicht genug, hat eine unserer Puten beschlossen, jetzt auch mitzumischen.
Die letzten Tage war das ein kleines Drama- mal saß sie ewig auf dem Nest, dann wieder gar nicht. Meint sie das jetzt ernst oder nicht?
Aber seit gestern sieht es ziemlich eindeutig aus: Sie gluckt.
Mein letzter Stand: 17 Eier. 🙈
Also bitte einmal alle die Daumen drücken, dass sie das durchzieht. 😄

Wir werden uns also vor kleinen, piepsenden Flauschbällen kaum retten können. 😃

Das war eine kurze Zusammenfassung der vergangenen Woche. Und ja, ich bin noch eine weitere Woche komplett allein auf dem Hof. Ich bin gespannt, was mich in den kommenden Tagen noch alles erwartet. Aber bitte, bitte ohne weitere dramatische Fälle. 🙏

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