Eigentlich ist mein Buch schon seit zwei oder drei Wochen fertig.
Zumindest die Geschichte.
„Wo die Straße endet“ ist geschrieben. Das Ende steht, die Figuren haben getan, was sie tun sollten (oder eben nicht hätten tun sollen) und irgendwann kam tatsächlich der Moment, an dem ich sagen konnte: Das war’s. Die Geschichte ist fertig.😄
Ich hatte allerdings eine ziemlich naive Vorstellung davon, was „Buch fertig“ bedeutet.
Denn während ich beim Schreiben irgendwann einen letzten Satz setzen konnte, saß ich danach plötzlich vor einem ganz anderen Berg. Und der bestand wenig aus kreativen Entscheidungen, sondern aus Organisation, Vorschriften, technischen Anforderungen und Dingen, von deren Existenz ich vorher teilweise nicht einmal wusste.🙈
Vom Schreiben zur Bürokratie
Zum Beispiel das Impressum.
Dass ein veröffentlichtes Buch ein korrektes Impressum braucht, war mir natürlich grundsätzlich klar. Weniger klar war mir, wie ich das praktisch löse, ohne anschließend meine private Wohnadresse für jeden Menschen öffentlich in ein Buch zu drucken. Also recherchierte ich.
Es gibt sogenannte Impressumsservices, die genau dafür eine „ladungsfähige“ Anschrift zur Verfügung stellen. Wunderbar, dachte ich.
Bis ich feststellte: Viele davon nehmen ausschließlich Kunden mit Wohnsitz in Deutschland. 😑
Das ist eher ungünstig, wenn man inzwischen in Rumänien lebt.
Also noch mehr recherchieren, Bedingungen lesen, Anbieter vergleichen, wieder verwerfen und irgendwann leicht genervt feststellen, dass ausgerechnet die Frage nach ein paar Zeilen im Impressum deutlich mehr Zeit frisst, als man vermuten würde.
Inzwischen habe ich glücklicherweise eine Lösung gefunden.
Ein Haken auf der Liste. Von ungefähr 173, grob geschätzt.
Und was ist eigentlich mit der Deutschen Nationalbibliothek?
Die nächste Frage ließ natürlich nicht lange auf sich warten: Muss ich nach der Veröffentlichung Exemplare meines Buches an die Deutsche Nationalbibliothek schicken?
Die kurze Antwort lautet klar: Es ist komplizierter, als ich erwartet hatte.
Für in Deutschland veröffentlichte Bücher gibt es klare Regelungen zur Pflichtablieferung. Bei deutschsprachigen Büchern, die im Ausland veröffentlicht werden, sieht die Sache anders aus. Natürlich. 🙄
Da mein Hauptwohnsitz in Rumänien liegt und ich selbst veröffentliche, bin ich nach meinem derzeitigen Stand nicht zur Ablieferung verpflichtet.
Ich schreibe ganz bewusst „nach meinem derzeitigen Stand“. Denn wenn ich in den vergangenen Wochen etwas gelernt habe, dann, dass auf eine beantwortete Frage beim Selfpublishing zuverlässig zwei neue folgen. 😣
Dann muss das Buch nur noch gedruckt werden. Haha.
Parallel dazu musste aus meinem Manuskript überhaupt erst einmal eine Datei werden, mit der eine Druckerei etwas anfangen kann.
Buchformat festlegen.
Seitenränder.
Schriftgrößen.
Zeilenabstände.
Seitenzahlen.
Kapitelanfänge.
Silbentrennung.
Beschnitt.
Bildauflösung.
PDF-Export.
Und dann natürlich das Cover.
Denn ein Cover besteht für die Druckerei überraschenderweise nicht einfach aus „vorne hübsches Bild, hinten Text“.
Da gibt es Vorderseite, Rückseite, Beschnitt und einen Buchrücken, dessen Breite von der endgültigen Seitenzahl abhängt.
Und wenn das Manuskript am Ende plötzlich eine Seite weniger hat, wird aus einem 23 Millimeter breiten Buchrücken eben ein 22 Millimeter breiter Buchrücken.
Das sind Momente, in denen man Dinge sagt wie: „Ach komm. Dieser eine Millimeter.“
Und fünf Minuten später sitzt man natürlich trotzdem wieder am Computer und verschiebt Hilfslinien um exakt diesen einen Millimeter… was aber eben einige Stunden dauert. 🙄
Ich habe in den vergangenen Wochen erstaunlich viel über PDF-Versionen, Auflösung, Transparenzen, Druckdaten und Dinge gelernt, die ich nie lernen wollte. 😁
Aber: Es ist wirklich auf dem Weg
Trotz all dieser kleinen (und größeren Hürden) ist der wichtigste Teil inzwischen geschafft:
Mein Buch befindet sich im Veröffentlichungsprozess. 🥳
Das Manuskript ist fertig. Das Buch ist gesetzt. Das Cover steht. Die ISBN ist da. Und die Dateien sind dort, wo sie sein müssen.
Das fühlt sich noch ein bisschen merkwürdig an.
Vor ein paar Monaten war „Ich schreibe einen Roman“ noch ein Satz, bei dem ich selbst nicht so genau wusste, wohin das führen würde.
Jetzt gibt es dieses Buch tatsächlich.
332 Seiten.
Eine Geschichte, die vorher nur in meinem Kopf existierte und die irgendwann angefangen hat, ihr eigenes Leben zu entwickeln. Und irgendwo zwischen Schreiben, Überarbeiten, Formatieren, Fluchen und dem Verschieben irgendwelcher Linien um einen Millimeter ist daraus tatsächlich ein richtiges Buch geworden.
Noch kann man es nicht kaufen. Aber wir sind ziemlich nah dran.
Sobald „Wo die Straße endet – Ein Rumänienkrimi“ erhältlich ist, werde ich es natürlich hier bekannt geben.
Sehr wahrscheinlich nicht besonders zurückhaltend. 😄



No responses yet