Ich schaue gelegentlich im Internet, ob ich Seiten finde, für die ich gern schreiben würde. Nicht ständig und auch nicht nach dem Prinzip, einfach möglichst viele Anfragen zu verschicken. Wenn mir eine Seite gefällt und ich denke, dass ich dort etwas Sinnvolles beitragen kann, schreibe ich eben direkt hin. Genau so bin ich im Juli bei VanlifeMag gelandet.
Ich war eher zufällig auf das Magazin gestoßen, mochte die Themen und dachte: Eigentlich könnte das ziemlich gut passen. Schließlich haben wir mehr als zweieinhalb Jahre im Wohnmobil gelebt, über 30 Länder bereist und unterwegs reichlich Erfahrungen gesammelt. Darunter hilfreiche, schöne und ein paar, die wir lieber nur einmal machen wollten. Also fragte ich einfach nach, ob Interesse an einer Zusammenarbeit besteht.
Schreiben konnte ich schon vorher
Ganz neu war bezahltes Schreiben für mich nicht. Neben meinem eigenen Blog habe ich in den vergangenen Jahren immer wieder Texte für andere Blogs und sogar für Bücher geschrieben. Meistens war das Ghostwriting. Ich bekam einen Auftrag, schrieb den Text und wurde dafür bezahlt. Mein Name stand später nicht darunter.
Das war für mich in Ordnung, denn so war es vereinbart. Trotzdem fühlt es sich heute anders an, einen veröffentlichten Artikel zu öffnen und dort tatsächlich meinen eigenen Namen zu sehen. Ein bisschen stolz macht mich das schon, weil diese Texte nicht irgendwo anonym verschwinden, sondern wirklich zu mir, unseren Reisen und meinen Erfahrungen gehören.
Vier Probeartikel und meine Zweifel
Nach einigem Hin und Her darüber, wie wir uns die Zusammenarbeit vorstellen, bot Martin von VanlifeMag mir vier bezahlte Probeartikel an. Ich durfte die Themen selbst vorschlagen und die Vergütung war unabhängig davon vereinbart, ob die Texte später veröffentlicht werden. Das war also kein kostenloses Vorschreiben auf Verdacht, sondern ein wirklich richtiger Testauftrag für beide Seiten.
Natürlich war mein erster Gedanke trotzdem nicht ausschließlich: Klar, das kann ich. Stattdessen kamen ziemlich schnell die üblichen Zweifel. Passt mein Stil? Bin ich sachlich genug? Kann ich persönliche Erfahrungen und gründlich recherchierte Informationen so verbinden, dass daraus ein guter Magazinartikel wird?
Im Grunde war das ein wenig albern. Ich führe ja schließlich längst meinen eigenen Blog und hatte bereits für andere geschrieben. Außerdem ging es um Themen, mit denen ich mich auskenne und die mir Spaß machen. Das hielt meinen Kopf allerdings nicht davon ab, vorsorglich ein kleines internes Krisentreffen einzuberufen. 🙈
Für die vier Probeartikel wählte ich unsere Fehler auf der Langzeitreise, Vanlife mit kleinem Budget, Reisen durch Rumänien und unsere Erfahrungen mit dem Wildcampen in Europa. Das positive Feedback zeigte mir recht schnell, dass die Art, wie ich schreibe, offenbar gut zu VanlifeMag passt. Und bei den vier Texten blieb es nicht. 😊
Warum diese Arbeit so gut zu mir passt
Inzwischen sind weitere Artikel erschienen und einige fertige Texte warten noch auf ihre Veröffentlichung. Besonders gefällt mir, wie frei ich dabei arbeiten kann. Ich darf meine Themen selbst auswählen und mir die Zeit nehmen, die ich für einen Artikel brauche. Es gibt keine starre Taktung, in die ich jeden Tag irgendwie hineinpassen muss.
Manche Tage sind mit Hof, Familie und anderen Dingen voll. An anderen hätte ich zwar theoretisch Zeit, aber schlichtweg keine Lust zu schreiben. Und dann gibt es Tage, an denen es ganz leicht von der Hand geht und zwei oder drei Artikel hintereinander entstehen. Diese Art zu Arbeiten macht mich unabhängig und passt sehr viel besser zu mir als ein Arbeitsmodell, das jeden Tag dieselbe Leistung zur selben Uhrzeit erwartet.
Auch die freie Themenwahl ist für mich entscheidend. Ich muss mich nicht durch Inhalte quälen, zu denen ich keinerlei Bezug habe. Ich schreibe über Länder, die wir selbst bereist haben, über das Leben im Wohnmobil und über Fragen, vor denen wir unterwegs ebenfalls standen. Dadurch kann ich nicht nur Informationen zusammentragen, sondern auch erzählen, wie sich etwas in der Praxis tatsächlich angefühlt hat.
Persönliche Erfahrung und gründliche Recherche
Das Schreiben für VanlifeMag unterscheidet sich trotzdem von meinem eigenen Blog. Hier erzähle ich hauptsächlich von unserem Leben, unseren Reisen und allem, was unterwegs oder auf unserem manchmal leicht chaotischen Hof passiert. Bei einem Ratgeberartikel reicht die eigene Erfahrung allein dagegen nicht aus.
Einreisebestimmungen, Mautsysteme, Verkehrsregeln oder Vorgaben zum Freistehen müssen aktuell sein und aus verlässlichen Quellen stammen. Das bedeutet recherchieren, vergleichen und manchmal auch feststellen, dass fünf Internetseiten fünf verschiedene Antworten liefern. Dann beginnt der weniger romantische Teil des Schreibens: weitersuchen, Originalquellen lesen und so lange sortieren, bis die Information stimmig ist.
Die Mischung finde ich super. Ich kann eigene Erfahrungen weitergeben und anderen damit hoffentlich wirklich helfen, muss mich aber gleichzeitig gründlich mit einem Thema beschäftigen. Am Ende soll kein trockener Gesetzestext entstehen, aber eben auch kein Ratgeber, der nur auf einem persönlichen Eindruck beruht.
Wenn bezahlte Arbeit Spaß macht
Schreiben ist Arbeit und das möchte ich auch nicht kleinreden. Für die Artikel werde ich bezahlt. Zu einem fertigen Text gehören Recherche, Quellenprüfung, Aufbau, Formulierung und meistens mehrere Überarbeitungen. Nur weil etwas Freude macht, wird es nicht automatisch zu einer kostenlosen Freizeitbeschäftigung. Im besten Fall fühlt es sich trotzdem ein bisschen so an, als würde ich für eines meiner Hobbys bezahlt. Ich beschäftige mich mit Reisen und Wohnmobilthemen, schreibe darüber und darf meinen eigenen Ton behalten. Nach passenden Schreibaufträgen hatte ich immer wieder Ausschau gehalten. Gefunden habe ich nun eine Arbeit, die erstaunlich genau zu dem passt, was ich gesucht habe.
Die Rolle meines eigenen Blogs
Mein eigener Blog wird deshalb nicht plötzlich zum kleinen Bruder von VanlifeMag und auch nicht überflüssig. Hier bleibt der Platz für unser persönliches Leben: für den Hof in Rumänien, neue Reisen, geplante Abenteuer, Umwege, Pannen und all die Geschichten, die sich nicht in einen Ratgeber pressen lassen.
Bei VanlifeMag schreibe ich sachlicher und recherchiere aktuelle Fakten zu konkreten Fragen. Hier darf es persönlicher, ausführlicher und manchmal auch ein wenig chaotischer bleiben. Die beiden Seiten konkurrieren für mich nicht miteinander. Sie zeigen einfach zwei unterschiedliche Arten des Schreibens, die beide zu mir gehören.
Meine Artikel bei VanlifeMag
Alle aktuellen Veröffentlichungen findet ihr auf meiner Autorinnenseite bei VanlifeMag. Diese Texte sind bisher erschienen:
- 10 Fehler, die wir auf unserer Langzeitreise gemacht haben und wie du sie vermeidest
- Vanlife mit kleinem Budget: So spart ihr unterwegs wirklich Geld
- Vanlife in Rumänien: Das solltest du vor deiner Reise wissen
- Wildcampen in Europa: Unsere Erfahrungen aus über 30 Ländern
- Reisen mit Hund im Wohnmobil: Was wir nach über 65.000 Kilometern gelernt haben
- Mit dem Wohnmobil durch Albanien
- Mit dem Wohnmobil durch Montenegro
- Mit dem Wohnmobil durch Bulgarien
Neue Texte kommen nach und nach dazu. Wenn ihr nichts verpassen möchtet, schaut am besten direkt auf meiner Autorinnenseite bei VanlifeMag vorbei.
Wohin sich die Zusammenarbeit langfristig entwickelt, weiß ich noch nicht. Im Moment läuft sie gut, ich kann in meinem eigenen Rhythmus arbeiten und schreibe über Dinge, die mich wirklich interessieren. Viel passender hätte ich mir einen Schreibauftrag kaum wünschen können. Und ja: Wenn ihr beim Lesen eines Artikels kurz ein kleines bisschen stolz auf mich seid, nehme ich das natürlich gern mit.😄


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